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Markt & Recht·08. Juni 2026·4 Min. Lesezeit

PV-Markt 2026: Worauf Fachbetriebe jetzt achten sollten

Zwischen Preisdruck, neuen Förderregeln und vorsichtigeren Kunden verschiebt sich der PV-Markt. Was das für Fachbetriebe bedeutet und wie sie reagieren.

PV-Markt 2026: Worauf Fachbetriebe jetzt achten sollten

Der Photovoltaik-Markt hat seine Ausnahmejahre hinter sich. Nach dem Rekord 2023 und 2024 markiert 2025 den Beginn einer Konsolidierung: Laut Bundesnetzagentur wurden 16,4 GW neu zugebaut, womit Deutschland eine Gesamtleistung von rund 117 GW auf über 5,7 Millionen Anlagen erreicht. Die Zahl klingt solide, doch unter der Oberfläche verschiebt sich der Markt grundlegend, und für Fachbetriebe ändert das fast alles.

Der Boom ist vorbei, der Markt nicht. Wer die Verschiebungen versteht, kann sie für sich nutzen, statt von ihnen überrollt zu werden.

Der Markt 2025: Konsolidierung nach dem Boom

Die Wachstumskurve der letzten Jahre war historisch einmalig. Zur Einordnung der aktuelle Verlauf:

JahrZubau (GW)Gesamtkapazität (GW)
20215,7~60
20227,6~67
202315,5~82
202417,5~100
202516,4117

Der Sprung von 2022 auf 2023 hat den Markt verdoppelt, getrieben von Energiekrise, hohen Strompreisen und Förderung. 2025 stagniert der Zubau auf hohem Niveau, aber die Zusammensetzung kippt: Erstmals kam jeweils etwa die Hälfte des Zubaus von Freiflächen- und von Gebäudeanlagen. Das klassische Eigenheim-Dachgeschäft, jahrelang das Brot-und-Butter-Geschäft vieler Betriebe, verliert massiv an Gewicht.

Vom Eigenheim zur Gewerbe- und Freifläche

Der Einbruch im Privatsegment ist die zentrale Entwicklung. Der Bundesverband Solarwirtschaft zählte 2025 nur noch rund 454.000 neue Eigenheimanlagen, nach etwa 640.000 im Jahr 2024 und rund 794.000 in 2023. Das ist ein Minus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 43 Prozent gegenüber 2023. Besonders die Kleinanlagen bis 10 kWp brachen ein.

Gleichzeitig verschieben sich die Wachstumsfelder. Der Speichermarkt bleibt robust: Rund 80 Prozent aller neuen Heimanlagen werden mit Batteriespeicher kombiniert, und das Großspeicher-Segment wächst rasant. Für Betriebe heißt das: Wer sich auf reine Dach-PV im Eigenheim verlässt, spürt den Rückgang am stärksten. Wer Speicher, Gewerbedächer, Wärmepumpen-Kombinationen und Wartung mitdenkt, findet weiter wachsende Nischen.

Was sich rechtlich geändert hat

Drei regulatorische Themen sollten Fachbetriebe 2026 sicher beherrschen, weil sie direkt ins Tagesgeschäft eingreifen.

Das [Solarpaket I](https://www.pv-magazine.de/2024/05/15/im-bundesgesetzblatt-veroeffentlicht-aenderungen-aus-dem-solarpaket-1-treten-in-kraft/) ist seit dem 16. Mai 2024 in Kraft und bringt vor allem Erleichterungen: höhere Schwellen bei Ausschreibung und Direktvermarktung sowie vereinfachte Regeln für Balkonkraftwerke bis 800 Watt.

Der §14a EnWG verpflichtet seit dem 1. Januar 2024 dazu, neue steuerbare Verbraucher über 4,2 kW, also Wärmepumpen, Wallboxen und Klimaanlagen, beim Netzbetreiber anzumelden und steuerbar zu machen. Das ist für Betriebe Pflicht und zugleich Zusatzgeschäft rund um intelligente Messsysteme.

Die Einspeisevergütung sinkt weiter planmäßig. Die aktuellen Sätze (Inbetriebnahme ab Februar 2025):

AnlagengrößeEinspeiseartVergütung (ct/kWh)
bis 10 kWpTeileinspeisung7,94
bis 10 kWpVolleinspeisung12,60
10 bis 40 kWpTeileinspeisung6,88
10 bis 40 kWpVolleinspeisung10,56
bis 100 kWp (Freifläche)einheitlich6,39

Preisdruck und eine Bereinigung des Marktes

Zwei Kräfte treffen 2025 und 2026 aufeinander. Auf der einen Seite drücken Modulpreise auf einem historischen Tief von rund 10 Cent pro Watt die Komponentenkosten, attraktiv für Kunden, schmerzhaft für die Marge. Auf der anderen Seite ist die Zahl der Installationsbetriebe in den Boomjahren stark gestiegen, nach Branchenschätzungen auf eine deutlich überdimensionierte Landschaft. Die Folge war eine Insolvenzwelle mit dem höchsten Ausmaß seit Jahren, die auch namhafte Anbieter erfasste.

16,4 GW
PV-Zubau 2025 in Deutschland
−28 %
Eigenheim-Anlagen gegenüber 2024
~10 ct/Wp
Modulpreis auf historischem Tief

Für gesunde Betriebe ist das keine reine Bedrohung. Eine Marktbereinigung lichtet das Feld. Wer solide kalkuliert, sauber arbeitet und sichtbar bleibt, übernimmt Marktanteile von Anbietern, die im Preiskampf untergehen.

Was das für deinen Betrieb heißt

Der rote Faden durch alle Zahlen: Der Markt belohnt 2026 nicht mehr den, der einfach nur da ist, sondern den, der sich abhebt. Drei Schlüsse:

  • Breiter aufstellen. Speicher, Gewerbe, Wärmepumpe und Wartung federn den Rückgang im Eigenheim-Neugeschäft ab.
  • Über Vertrauen verkaufen, nicht über den Preis. Bei einem vorsichtigeren Kunden gewinnt Beratungsqualität, Referenzen und ein professioneller Auftritt.
  • Sichtbar und schnell sein. Wer gefunden wird und zügig reagiert, gewinnt die Anfragen, die im kleineren Markt besonders wertvoll sind.

Fazit

2026 trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Nachfrage ist selektiver, der Wettbewerb härter, die Regulierung anspruchsvoller. Genau deshalb zahlt sich Professionalität jetzt aus. Wie Betriebe sich krisenfest und sichtbar aufstellen, zeigen unsere Referenzen. Sprich mit uns, wenn du wissen willst, wie du deinen Betrieb durch die Konsolidierung in eine stärkere Position bringst.


Quellen

Häufige Fragen

Wie viel Photovoltaik wurde 2025 in Deutschland neu installiert?

2025 wurden rund 16,4 GW Photovoltaik neu installiert, damit erreichte die Gesamtkapazität etwa 117 GW auf über 5,7 Millionen Anlagen. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber 2024. Bemerkenswert: Der Rückgang konzentriert sich im Eigenheim-Segment, während Freiflächen- und Gewerbeanlagen gewachsen sind.

Sinkt die Nachfrage nach Photovoltaik bei Privathaushalten?

Ja, deutlich. Die Zahl neuer Eigenheimanlagen sank laut Bundesverband Solarwirtschaft von rund 794.000 (2023) auf etwa 454.000 (2025), ein Einbruch von rund 43 Prozent in zwei Jahren. Gründe sind gesunkene Strompreise, ausgelaufene Förderungen und Unsicherheit. Gleichzeitig wächst das Gewerbe- und Freiflächengeschäft.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2025 für Photovoltaik?

Für neue Dachanlagen bis 10 kWp, die ab Februar 2025 in Betrieb gehen, beträgt die Einspeisevergütung 7,94 ct/kWh bei Teileinspeisung und 12,60 ct/kWh bei Volleinspeisung. Die Sätze sinken halbjährlich um rund ein Prozent. Seit März 2025 entfällt die Vergütung zu Zeiten negativer Börsenstrompreise, dafür verlängert sich die Förderlaufzeit.

Was änderte das Solarpaket I konkret für Fachbetriebe?

Das Solarpaket I trat am 16. Mai 2024 in Kraft und brachte mehrere Erleichterungen: Die Ausschreibungspflicht greift erst ab 750 kWp statt 500 kWp, die Direktvermarktungspflicht wurde angehoben, und Balkonkraftwerke bis 800 W sind ohne Netzbetreiber-Anmeldung möglich. Dazu kam die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung als neues Mieterstrom-Modell.

Was bedeutet §14a EnWG für PV-Installateure?

Seit dem 1. Januar 2024 müssen neu installierte steuerbare Verbraucher über 4,2 kW wie Wärmepumpen, Wallboxen oder Klimaanlagen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Fachbetriebe müssen die Steuerbarkeit sicherstellen, was ein intelligentes Messsystem voraussetzt. Der Netzbetreiber darf im Engpassfall auf 4,2 kW drosseln, aber nicht vollständig abschalten.

Wie stark ist der Wettbewerb unter PV-Betrieben 2026?

Sehr stark. Die Zahl der PV-Installationsbetriebe hat sich seit 2020 nach Branchenschätzungen etwa verdoppelt, während die Nachfrage im Heimsegment seit 2023 deutlich eingebrochen ist. 2024 kam es zu einer Insolvenzwelle mit historischem Ausmaß. Dazu drücken Modulpreise auf einem historischen Tief die Margen. Wer sich jetzt über Qualität und Sichtbarkeit abhebt, statt nur über den Preis, setzt sich durch.

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