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Aus dem Haus·07. Juni 2026·4 Min. Lesezeit

Monteure und Fachkräfte für PV-Betriebe finden: 5 Wege, die 2026 funktionieren

Der Fachkräftemangel bremst das Wachstum vieler Solarbetriebe. Fünf praxiserprobte Wege, wie Sie 2026 an Monteure und Fachkräfte kommen.

Monteure und Fachkräfte für PV-Betriebe finden: 5 Wege, die 2026 funktionieren

Viele PV-Betriebe könnten 2026 mehr Aufträge annehmen, wenn sie nur das Personal hätten. Der Engpass ist längst nicht mehr der Kunde, sondern der Monteur. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks schätzt rund 250.000 offene Stellen im Handwerk, und im für PV-Betriebe wichtigen SHK-Bereich bleibt eine Stelle im Schnitt 246 Tage unbesetzt. Wer wachsen will, muss Recruiting genauso ernst nehmen wie die Kundengewinnung. Diese fünf Wege funktionieren in der Praxis, belegt mit aktuellen Studien.

Der beste Monteur, den du nie findest, arbeitet längst zufrieden beim Wettbewerber. Die Frage ist nicht, ob er wechseln würde, sondern ob er von dir hört.

Der Fachkräftemangel ist real, und er wird größer

Die Zahlen lassen wenig Spielraum für Beschönigung. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA / IW Köln) bezifferte die rechnerische Fachkräftelücke in Handwerksberufen für 2024 auf über 107.000 Personen, für die es keine passenden arbeitslosen Fachkräfte mehr gibt. Im Klartext: Rund die Hälfte aller offenen Handwerksstellen ist strukturell nicht besetzbar.

250.000
geschätzte offene Stellen im Handwerk (ZDH)
246 Tage
durchschnittliche Vakanzzeit im SHK-Bereich
−3,9 Mio
Erwerbspersonen weniger bis 2030

Und es wird nicht besser. Bis 2030 sinkt die Zahl der Erwerbspersonen in Deutschland um rund 3,9 Millionen. Speziell in der Photovoltaik arbeiten heute etwa 120.000 Menschen, mit weiter steigendem Bedarf, weshalb der Bundesverband Solarwirtschaft 2025 ein eigenes Jobportal startete. Wer im Wettbewerb um diese Fachkräfte gewinnen will, muss umdenken.

Warum klassische Stellenanzeigen scheitern

Die Zeitungsanzeige und das Standard-Jobportal haben ein grundsätzliches Problem: Sie erreichen nur die rund 20 Prozent aktiv suchenden Kandidaten. Die anderen 80 Prozent sind passiv: Sie haben einen Job, sind aber wechselbereit, wenn das richtige Angebot kommt. Genau diese Gruppe erreichst du mit einer Anzeige nie.

Dazu kommt eine zweite Hürde, die viele Betriebe unterschätzen: Über 65 Prozent der Bewerbungen kommen heute vom Smartphone, und 37 Prozent der Bewerber brechen ab, wenn der Prozess nicht mobil funktioniert. Eine umständliche Bewerbung mit Lebenslauf-Pflicht und Desktop-Formular kostet dich genau die Kandidaten, die du suchst.

Was Fachkräfte wirklich wollen

Hier liegt der größte Denkfehler vieler Betriebe: Sie glauben, es gehe nur ums Geld. Eine Befragung von über 600 Handwerkern aus dem Jahr 2025 zeichnet ein anderes Bild der wichtigsten Wechselgründe:

RangWechselgrundAnteil der Befragten
1Mangelnde Anerkennung und Wertschätzung47 %
2Fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten34,8 %
3Fehlende Aufstiegschancen32,1 %
4Schlechter Umgangston31,1 %

Gehalt ist wichtig, viele wünschen sich ausdrücklich eine überdurchschnittliche Bezahlung, aber es ist nicht der Auslöser Nummer eins. Wer also nur über den Lohn konkurriert, kämpft an der falschen Front. Wertschätzung, Entwicklung und ein gutes Team sind die stärkeren Hebel, und sie sind günstiger als ein dauerhafter Gehaltswettlauf.

Fünf Wege, die 2026 funktionieren

  1. 1Sichtbarkeit als Arbeitgeber. Fachkräfte googeln ihren künftigen Arbeitgeber genauso wie Kunden. Eine Karriereseite, die zeigt, wofür der Betrieb steht, wie das Team arbeitet und was geboten wird, schlägt jede anonyme Anzeige, vorausgesetzt, sie funktioniert mobil.
  2. 2Passive Kandidaten aktiv ansprechen. Die besten Monteure suchen nicht, sie sind in Beschäftigung. Gezielte Ansprache über soziale Netzwerke erreicht genau die 80 Prozent, die auf keine Stellenanzeige reagieren.
  3. 3Schnell reagieren. Was für Kundenanfragen gilt, gilt für Bewerbungen doppelt: Die meisten Kandidaten erwarten eine Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden. Wer Tage verstreichen lässt, hat den Bewerber an den Wettbewerber verloren.
  4. 4Das Angebot ehrlich machen. Verlässliche Planung, gutes Werkzeug, ein eingespieltes Team, Weiterbildung und Aufstieg ziehen Fachkräfte an. Mach diese Punkte sichtbar, statt sie vorauszusetzen, und sorg dafür, dass die Bezahlung fair ist.
  5. 5Mitarbeiter zu Botschaftern machen. Die glaubwürdigste Werbung kommt vom eigenen Team. Empfehlungen führen deutlich häufiger zur Einstellung als Anzeigen, und ein einfaches Prämienprogramm von 1.000 bis 2.000 Euro rechnet sich gegenüber Personalvermittlern um ein Vielfaches.

Ein Vergleich der Kanäle zeigt, wo der Aufwand sich lohnt:

KanalReichweite / WirkungEignung Handwerk
Zeitungs- und Standardanzeigenur aktiv Suchende (~20 %)sinkend
Social-Media-Anspracheerreicht passive Kandidaten im Umkreissehr hoch
Mobile Karriereseiteverhindert BewerbungsabbrüchePflicht
Mitarbeiterempfehlungjede 4. führt zur Einstellungsehr hoch
Personalvermittlerteuer (über 10.000 € pro Stelle)nur Führungskräfte

Recruiting ist Marketing

Am Ende ist die Suche nach Fachkräften ein Marketing-Problem: Sichtbarkeit, ein überzeugendes Angebot und schnelle Reaktion. Dieselben Hebel, die einem Betrieb Kunden bringen, bringen ihm auch Mitarbeiter. Wie unsere Kunden beides verbinden, zeigen die Kundenstimmen. Wenn du Recruiting planbar aufstellen willst, sprich mit uns über ein Validierungsgespräch.


Quellen

Häufige Fragen

Wie viele Fachkräfte fehlen im Handwerk in Deutschland?

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks schätzt rund 250.000 offene Stellen im Handwerk. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA/IW Köln) bezifferte die rechnerische Fachkräftelücke in Handwerksberufen für 2024 auf über 107.000 Personen, für die es schlicht keine passenden arbeitslosen Fachkräfte mehr gibt. Damit ist rund die Hälfte aller offenen Handwerksstellen strukturell unbesetzbar.

Wie lange dauert es, eine Stelle im Handwerk zu besetzen?

Im Bereich Sanitär, Heizung und Klima, einem Kernberuf auch für PV-Betriebe, dauerte es laut Bundesagentur für Arbeit im Schnitt rund 246 Tage, bis eine offene Stelle besetzt war. Das sind über acht Monate. Klassische Inserate reichen längst nicht mehr aus, um diesen Engpass zu schließen.

Warum scheitern klassische Stellenanzeigen im Handwerk?

Stellenanzeigen erreichen nur die rund 20 Prozent aktiv suchenden Kandidaten. 80 Prozent des Potenzials stecken in passiven Fachkräften, die einen Job haben, aber wechseln würden, wenn man sie richtig anspricht. Diese Gruppe erreicht man nur über gezielte Ansprache, etwa in sozialen Netzwerken. Hinzu kommt: Viele Bewerber brechen ab, wenn der Prozess nicht auf dem Smartphone funktioniert.

Was wollen Handwerker wirklich, ist es nur das Gehalt?

Überraschenderweise ist Gehalt nicht der häufigste Wechselgrund. In einer Befragung von über 600 Handwerkern (2025) war mangelnde Wertschätzung mit 47 Prozent der wichtigste Grund für einen Jobwechsel, vor fehlender Weiterbildung und fehlenden Aufstiegschancen. Gleichzeitig wünschen sich viele eine überdurchschnittliche Bezahlung. Wertschätzung und Entwicklung kommen zuerst, das Gehalt muss aber stimmen.

Funktioniert Mitarbeiter-wirbt-Mitarbeiter im Handwerk wirklich?

Ja, es ist einer der effizientesten Kanäle. Studien zeigen, dass jede vierte Mitarbeiterempfehlung zu einer Einstellung führt, verglichen mit etwa einer von zwanzig bei klassischen Anzeigen. Obwohl nur ein kleiner Teil der Bewerber über Empfehlungen kommt, entsteht ein großer Teil der Einstellungen so. Prämien von 1.000 bis 2.000 Euro sind üblich und günstig im Vergleich zu Personalvermittlern.

Wie groß ist der Fachkräftebedarf speziell in der PV-Branche?

In der deutschen Photovoltaik- und Speicherbranche arbeiten laut Bundesverband Solarwirtschaft rund 120.000 Menschen, bis 2030 sollen mehrere tausend Vollzeitstellen hinzukommen. Weil viele Betriebe offene Stellen nicht besetzen können, startete der Verband 2025 ein eigenes Jobportal. Besonders gesucht sind Bauelektriker, Monteure und Meister mit PV-Schwerpunkt.

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