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Markt & Recht·01. September 2026·7 Min. Lesezeit

GModG 2026: Was der Wegfall der 65-Prozent-Regel für deinen Betrieb bedeutet

Das GModG 2026 kippt die 65-Prozent-Regel und bringt Technologieoffenheit zurück. Was das für Beratung, Angebot und Kundengewinnung im SHK-Betrieb heißt.

GModG 2026: Was der Wegfall der 65-Prozent-Regel für deinen Betrieb bedeutet

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft und hat die 65-Prozent-Regel des alten Heizungsgesetzes ersatzlos gestrichen. Für SHK- und Heizungsbetriebe heißt das: Deine Kunden dürfen ihr Heizsystem wieder technologieoffen wählen, von der Wärmepumpe über Hybrid bis zur neuen Gas- oder Ölheizung. Das ist keine Bedrohung für dein Geschäft, sondern eine Chance. Denn wo der gesetzliche Zwang wegfällt, entscheidet die Beratung, und genau da liegt dein Hebel bei der Kundengewinnung. Der Betrieb, der jetzt schnell und klar berät statt zu warten, gewinnt die Anfragen der verunsicherten Eigentümer.


Was hat sich mit dem GModG konkret geändert?

Das GModG bringt Technologiefreiheit bei der Heizung zurück und streicht sowohl die 65-Prozent-Pflicht als auch die alte Austauschpflicht. <cite index="4-1,4-9">Der Kern des GEG ist weggefallen: Paragraf 71 mit den Anforderungen an eine Heizungsanlage und der 65-Prozent-Regelung wurde gestrichen.</cite> Für die Beratung deiner Kunden verschieben sich damit die Argumente von "Das schreibt der Gesetzgeber vor" hin zu "Das rechnet sich für dich".

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • <cite index="5-14,5-15">Die Anforderung, neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, entfällt für Neu- und Bestandsbauten. Neben Wärmepumpen, Fernwärme, Hybrid- und Biomasseheizungen bleiben neue Öl- und Gasheizungen zulässig.</cite>
  • <cite index="2-7,2-8">Mit dem GModG entfällt die Austauschpflicht. Verbraucher können alte Heizungen weiterbetreiben, bis sich diese nicht mehr reparieren lassen.</cite>
  • <cite index="4-7,4-8">Der Weiterbetrieb und Neueinbau von Öl- und Gasheizungen bleibt langfristig möglich. Allerdings müssen Brennstoffe für Heizungen ab 2045 komplett klimaneutral sein.</cite>

Wichtig für deine Argumentation gegenüber Kunden: Technologieoffen heißt nicht folgenlos. <cite index="2-11,2-12">Die Pflicht zum Austausch 30 Jahre alter Öl- und Gasheizungen entfällt ebenso wie die 65-Prozent-EE-Pflicht. Stattdessen führt das Gesetz die sogenannte Bio-Treppe ein, die ab 2029 einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien für fossile Heizungen vorschreibt.</cite> Wer heute eine reine Gasheizung einbaut, muss also mittelfristig mit steigenden Brennstoffkosten und Quotenpflichten rechnen. Das ist ein starkes Beratungsargument, kein Verkaufshindernis.


Bedeutet Technologieoffenheit weniger Wärmepumpen-Geschäft?

Nein. Die Marktzahlen zeigen, dass die Wärmepumpe trotz aller Debatten weiter das Wachstumssegment ist, während der Gesamtmarkt schwächelt. Die politische Verunsicherung hat den Absatz gebremst, nicht das Produkt.

299.000
Heizungswärmepumpen 2025 in Deutschland verkauft (+55 %)
616.000
prognostizierte Heizungen gesamt 2025 (BDH)
2 Mio.
Wärmepumpen im Gebäudebestand, Marke 2026 überschritten

<cite index="10-1,10-2">Die Wärmepumpenbranche vermeldet ein erfolgreiches Absatzjahr 2025: Mit 299.000 Heizungswärmepumpen stieg der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 55 Prozent. Erstmals sind knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger Wärmepumpen.</cite> Gleichzeitig war der Gesamtmarkt unter Druck: <cite index="8-3,8-4">Für das Gesamtjahr 2025 rechnet der BDH mit insgesamt etwa 616.000 abgesetzten Heizungen, ein Rückgang um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Hauptursache sieht der Verband die seit 2024 anhaltende Verunsicherung der Endkunden aufgrund der emotional geführten politischen Debatte.</cite>

Genau hier liegt deine Chance. Der Einbruch 2024 war politisch gemacht, nicht technisch. <cite index="14-1">2023 waren es 356.000 Wärmepumpen, 2024 der Absturz auf 193.000, 2025 die Erholung auf 299.000.</cite> Kunden warten nicht, weil die Wärmepumpe schlecht ist, sondern weil sie unsicher sind. Ein Betrieb, der Klarheit liefert, wandelt diese Unsicherheit in Aufträge um.

Der Wegfall der 65-Prozent-Regel nimmt den Zwang aus der Beratung, aber nicht die Wirtschaftlichkeit aus der Wärmepumpe. Wer das erklären kann, verkauft.


Wie ändert sich meine Kundenberatung durch das GModG?

Deine Beratung wird vom Vorschrifts-Erfüller zum Wirtschaftlichkeits-Berater, und das erhöht den Wert deiner Anfragen. Ohne gesetzlichen Zwang zählt für den Kunden nur noch die Rechnung über 15 bis 20 Jahre: Investition, Förderung, CO2-Kosten, Brennstoffpreis.

Drei Beratungsargumente, die jetzt ziehen:

  1. 1Förderung bleibt attraktiv, aber sinkt. <cite index="5-17,5-19">Die KfW-Förderung für klimafreundliche Heizungen bleibt bestehen, ist aber sozialer gestaffelt und sinkt schrittweise. Der Zuschuss beträgt zwischen 30 und 80 Prozent der förderfähigen Kosten.</cite> Das ist ein Timing-Argument: Wer jetzt handelt, sichert sich die höheren Sätze.
  2. 2CO2-Kosten steigen. Fossile Heizungen werden über die Zeit teurer, die Bio-Treppe ab 2029 verschärft das. Zeig deinem Kunden die Vollkostenrechnung, nicht nur den Anschaffungspreis.
  3. 3Kein Zwang, aber Planungssicherheit. Der Kunde entscheidet frei, aber er will die Konsequenzen verstehen. Der Betrieb, der die Optionen sauber gegenüberstellt, wird als kompetent wahrgenommen und beauftragt.

Für wen lohnt sich welches System? Die Vergleichstabelle

Die Technologieoffenheit zwingt dich, mehrere Optionen sauber gegenüberzustellen. Diese Übersicht hilft dir im Kundengespräch, ist aber kein Ersatz für die Einzelfallberatung.

KriteriumWärmepumpeHybrid (WP + Gas)Neue Gas-/Ölheizung
Investitionhochmittel bis hochniedrig
Förderung nach GModGja, hoher Zuschuss möglichteilweisenein
Betriebskosten langfristigniedrig, sinkendmittelsteigend (CO2, Bio-Quote)
Quotenpflicht ab 2029keineanteiligja (Bio-Treppe)
Passt gut fürgut gedämmte Bestände, NeubauÜbergang, große Vorlauftemp.knappes Budget, kurzfristig
Zukunftssicherheit bis 2045hochmittelgering

Die Tabelle macht deutlich: Es gibt selten eine pauschal "richtige" Antwort mehr. Genau das ist der Grund, warum qualifizierte Beratung im Wert steigt und warum vorqualifizierte Anfragen für deinen Betrieb wertvoller werden als je zuvor.


Wie gewinne ich in diesem Umfeld mehr Kundenanfragen?

Indem du die Verunsicherung der Eigentümer aktiv adressierst, statt auf gesetzlichen Druck zu warten. Der Nachfrage-Motor ist jetzt nicht mehr die Pflicht, sondern die Aufklärung, und die musst du selbst anstoßen.

Konkret bedeutet das für deine Vermarktung:

  • Botschaft anpassen: Weg von "Sie müssen tauschen", hin zu "Wir rechnen dir aus, was sich lohnt". Das passt zur neuen Rechtslage und nimmt Druck raus, den viele Eigentümer als Verkaufsdruck empfinden.
  • Schnelligkeit gewinnt: Wer verunsicherte Eigentümer erreicht und binnen Stunden zurückruft, konvertiert deutlich besser. Anfragen altern schnell.
  • Vorqualifizierung nutzen: Nicht jede Anfrage ist ein echter Auftrag. Wer heizen darf, wie er will, überlegt länger. Telefonische Vorqualifizierung filtert die kaufbereiten Eigentümer heraus, damit dein Team keine Zeit an reine Info-Sucher verliert.

Bei Anfragenfluss setzen wir genau hier an: exklusive, telefonisch vorqualifizierte Anfragen für PV-, Wärmepumpen-, SHK- und Elektrobetriebe. So bekommst du planbar Termine mit Eigentümern, die tatsächlich modernisieren wollen, statt Streuverlust. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen unsere Referenzen und Kundenstimmen.


Was solltest du als Geschäftsführer jetzt tun?

Stelle deine Vermarktung und deinen Beratungsprozess auf Technologieoffenheit um, bevor es dein Wettbewerb tut. Drei Schritte für die nächsten Wochen:

  1. 1Beratungsunterlagen aktualisieren: Vergleichsrechnungen fossil vs. Wärmepumpe inkl. aktueller Förderung und CO2-Perspektive standardisieren.
  2. 2Reaktionszeit auf Anfragen prüfen: Rückruf idealerweise am selben Tag. Je länger du wartest, desto mehr Kunden springen zum nächsten Betrieb ab.
  3. 3Anfragenkanäle prüfen: Verlässt du dich auf Empfehlungen und schwankende Portale, oder hast du einen planbaren Zufluss exklusiver Anfragen?

Das GModG hat den Markt nicht kleiner gemacht, es hat die Spielregeln verschoben. Wärmepumpen wachsen weiter, der Gesamtmarkt bleibt riesig, und die Eigentümer sind verunsichert und beratungshungrig. Genau das ist das ideale Umfeld für Betriebe, die schnell und kompetent auftreten.

Du willst wissen, wie viele qualifizierte Anfragen in deiner Region und für dein Leistungsspektrum realistisch sind? Lass uns in einem kostenlosen Erstgespräch deine Ausgangslage anschauen und deinen Anfragenzufluss validieren. Nutze dazu unseren Konfigurator oder melde dich direkt über Kontakt. Anfragenfluss betreut über 270 Fachbetriebe und hat mehr als 2.000 Vor-Ort-Termine vermittelt, vom Standort Freiburg aus für den gesamten DACH-Raum.

Häufige Fragen

Wann ist das GModG in Kraft getreten?

Das Gebäudemodernisierungsgesetz wurde am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet und ist zu einem großen Teil am 29. Juli 2026 in Kraft getreten. Weitere Regelungen wie die Bio-Treppe (ab 2029) und die Solarpflicht (ab 2030) folgen stufenweise.

Ist die 65-Prozent-Regel wirklich komplett weggefallen?

Ja. Der Paragraf 71 GEG mit den Anforderungen an eine Heizungsanlage und der 65-Prozent-Regelung wurde ersatzlos gestrichen. Neue Heizungen müssen also nicht mehr zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Darf man jetzt wieder neue Gas- und Ölheizungen einbauen?

Ja, neue Gas- und Ölheizungen bleiben zulässig. Allerdings greift ab 2029 die sogenannte Bio-Treppe mit einem steigenden Pflichtanteil erneuerbarer Brennstoffe, und ab 2045 müssen Heizbrennstoffe komplett klimaneutral sein. Das erhöht die Betriebskosten fossiler Systeme über die Zeit.

Bricht durch die Technologieoffenheit das Wärmepumpen-Geschäft ein?

Nein. 2025 stieg der Absatz auf 299.000 Heizungswärmepumpen, ein Plus von rund 55 Prozent, und erstmals ist knapp die Hälfte aller verkauften Wärmeerzeuger eine Wärmepumpe. Der Rückgang 2024 war politisch bedingt, nicht technisch. Gute Beratung bleibt der entscheidende Verkaufshebel.

Wie sollte sich meine Kundenberatung durch das GModG ändern?

Weg vom Pflicht-Argument, hin zur Wirtschaftlichkeit. Ohne gesetzlichen Zwang zählt für den Eigentümer die Vollkostenrechnung über 15 bis 20 Jahre inklusive Förderung und CO2-Kosten. Betriebe, die Optionen sauber gegenüberstellen und schnell reagieren, gewinnen die Aufträge.

Bleibt die staatliche Heizungsförderung erhalten?

Ja, die KfW-Förderung für klimafreundliche Heizungen bleibt bestehen, ist aber sozialer gestaffelt und sinkt schrittweise. Der Zuschuss beträgt aktuell zwischen 30 und 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Das ist ein starkes Timing-Argument für die Kundengewinnung.

Mehr qualifizierte Anfragen für deinen Betrieb?

Im Validierungsgespräch zeigen wir dir, wie das AFVQ-System Vor-Ort-Termine in deinen Kalender bringt.